Jeanette Zippel
Ausstellung  21.07.- 22.09.2001
Buchpräsentation "Belebte Skulptur" und  neue Arbeiten

Blick in die Ausstellung
Mit dem in die Skulpturen integrierten naturhaften Geschehen, das dem Betrachter in den lebendigen Aktivitäten der Bienen begegnet, erschafft Jeanette Zippel eine neue Dimension der Skulptur. Die Bezeichnung „Belebte Skulptur" ist naheliegend und doch auch überraschend. Ihre Arbeiten beruhen gerade auf der vollkommenen Symbiose von Natur und Kunst.

Auch die „Bienengärten mit belebten Skulpturen" sind dadurch charakterisiert, dass das Leben der Bienen zum Werkbestandteil wird. Ein exemplarisches Beispiel konnte buchstäblich in letzter Minute in die Ausstellung einbezogen werden. Dieses Exponat weist plastische Formen auf, deren Gestaltung von einer frühen Darstellung der Artemis als Schutzgöttin der Bienen mit weiblichem Oberkörper und Bienenhinterleib als Unterkörper inspiriert ist. Hier hat die Künstlerin den autonomen Skulpturencharakter bewahrt. Die Skulptur ist nicht mehr direkter Bestandteil der Natur wie der gewachsene Baum, dessen scheinbare Verwurzelung Kraft suggeriert. Sie erscheint als selbständiges, eigenwilliges, fast denkmalhaftes Gebilde aus edel gezimmertem Eichenholz, das kleine Höhlen für die vor Ort lebenden Wildbienen in sich birgt bzw. in das Räume für den Naturwabenbau der Honigbienen integriert wurden. Andere Exemplare beziehen sich mit weißem Lavagestein, oder rotem Buntsandstein auf die Landschaft.

Für die „belebte Skulptur" gibt es in der Ausstellung trotz des existierenden Beispiels, mit dem Sie konfrontiert sind, keine wirklichen Belege. Dem präsentierten Werk fehlt das eigentliche Charakteristikum, die lebendigen Naturelemente mit ihrer pulsierenden Energie, die der Skulptur die Schwere nehmen, sie mit dem Zustand ständig sich verändernder Daseinsweise, mit dem Schweben, Fliegen, Sammeln, Summen, dem Aufbruch und Ortswechsel verbinden.

Der Begriff „Belebte Skulptur" erhellt in seiner Einfachheit, mit der Simples einleuchtet, wesentliche Merkmale des künstlerischen Werkkonzepts. Er trifft als Werkkennzeichen den Charakter der Naturprojekte, in denen Jeanette Zippel ein zwingend persönliches Anliegen vorträgt und mit weitgreifendem naturphilosophischen (antroposophischen und ökologischen) Gedankengut verknüpft.

Diese Projekte, die die in den Skulpturen lebenden Bienen direkt in die künstlerische Arbeit einbeziehen, verbinden Kunstwerk und Lebensraum im Bienengarten zu einer Einheit, sie bewahren den ununterbrochenen Dialog zwischen Kunst- und Naturprozeß.
 

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